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Warum bekam ich Krebs?
Besorgniserregende Symptome
Die ersten Symptome des Krebses entdeckte ich kurz nach Weihnachten
1992. Mein Stuhl war mit einer dunkel-rötlichem Substanz durchzogen.
Drei Wochen lang beobachtete ich bei jedem Toilettengang genau, was
abgegangen war und mir wurde klar, dass es sich dabei um Blut handelte.
Ich wusste auch, dass es nicht von geplatzen Hämorroiden kam, denn ich
hatte nie welche gehabt und selbst wenn, hätte das Blut frisch und
hellrot sein müssen. Also musste es von weiter oben kommen.
Drei Wochen lang hoffte ich, dass das Problem von selbst
verschwinden würde.
Es verschwand nicht.
In der dritten Januarwoche war mir klar, dass ich zum Arzt musste.
Ich schilderte ihm die Symptome und er überwies mich an einen
Spezialisten, der meinen Verdacht bestätigte: ich hatte Darmkrebs,
medizinisch als Adenokarzinom bezeichnet. Am 4. April 1993 kam ich ins
Krankenhaus, wurde zwei Tage später erfolgreich operiert und am 13.
April entlassen. Das war an unserem sechsunddreissigsten
Hochzeitstag.
Was war passiert?
Später sagte man mir, dass angesichts der Größe des Krebses die
Krankheit schon seit 10 bis 15 Jahren bestanden haben musste. Der Krebs
hatte sich also zwischen 1977 und 1982 begonnen zu entwickeln. Die
meisten Leute können sich nicht erinnern, was genau sie vor fünfzehn
Jahren getan habe, aber bei mir war das anders. Ich wusste genau, was
in diesen fünf Jahren passiert war, denn es war die spannende und
anstrengende Zeit meines Hausbaus.
1977 kauften meine Frau Monica und ich ein Grundstück in West
Oxfordshire, um darauf ein Haus zu bauen. Damals arbeitete ich noch bei
der RAF (britische Luftwaffe) in Thatcham in der Grafschaft Berkshire.
Zwischen 1977 und 1978 wurden die Baupläne erstellt und den
Kreisbehörden zur Genehmigung vorgelegt. Ich musste sieben Zeichnungen
anfertigen, bis die Behörde zufrieden war. Gleichzeitig bekamen wir
neue Nachbarn. Diese Leute hatten ein Wegerecht für einen über unser
Grundstück verlaufenden Weg und wollten dieses Recht über Gebühr
hinaus nutzen. Es war in der Tat eine anstrengende Zeit.
Während meiner Zeit bei der Luftwaffe waren Monica und ich in
zwanzig Jahren ein mal jährlich umgezogen. Wir wohnten ganz
unterschiedlich, mal im Wohnwagen, mal in einem großzügigen
Sechszimmerhaus, mal in England, dann in Singapur und verschiedenen
anderen Orten. Manches gefiel uns an diesen Häusern, aber wir fanden
nie eins, das uns ganz und gar behagte. Also beschlossen wir, selbst
ein Haus zu entwerfen und bauen zu lassen. Um etwas zu entwerfen, muss
man natürlich erst mal wissen, wie dieses Etwas beschaffen ist. Wir
studierten also Baupläne, besichtigten Baustellen, maßen Wandlängen,
Fenstergrößen, Standardziegel, Betonbauteile und so weiter. Die
handwerkliche Qualität, die ich da zu sehen bekam liess so sehr zu
wünschen übrig, dass ich beschloss, es selbst zu versuchen.
Wir begannen an Ostern 1978. Nachdem das Betonfundament gegossen
war, begann ich Betonziegeln zu mauern, obwohl ich absolut keine
Erfahrung damit hatte. Den ersten Mörtel rührte ich per Hand auf
einem Holzbrett an. Ich rührte immer genug für sechs Ziegel pro
Stunde – hatte aber 2000 Ziegel zu bewältigen. Nach der ersten Woche
beschaffte ich mir einen Zementmischer und konnte nun 25 Stück pro
Stunde verarbeiten.
Monica verteilte tagsüber die Ziegel auf der Baustelle und wenn ich
nach Hause kam, begann ich zu mauern. Ich brauchte zehn Wochen, bis ich
die Betonsauberkeitsschicht erreicht hatte. Es war harte und vor allem
ungewohnte körperliche Arbeit. In den ersten sechs Wochen nahm ich 28
Pfund ab und wog bei einer Größe von 1.75m gerade noch 60 Kilo. Ich
pendelte jeden Tag 150 km zur Arbeit und unsere neuen Nachbarn nervten
uns immer noch gewaltig.
So ging es dann zwei Jahre lang: Arbeit, Baustelle, Schlafen,
Arbeit, Baustelle, Schlafen…
Zu all dem Stress kam noch hinzu, dass ich selbst zwar keine
Erfahrung hatte aber debbicg als Architekt und Bauingenieur des Hauses
fungierte – und aus diesem Grund verweigerte man uns eine Hypothek.
Wir mussten alles mit meinem Gehalt bezahlen.
Ernährung
Während dieser fünf Jahre machte ich mir eigentlich nur Gedanken
um mein Gewicht. Ich wusste damals im Gegensatz zu heute nichts über
die gesundheitlichen Auswirkungen der Ernährung. Also aß ich die von
meiner Frau aus selbstgebackenem Vollkornbrot hergestellten
Butterbrote; ich verzehrte Salat mit reichlich Dressing, das
mehrfachungesättigte Fettsäuren enthielt und süsste meinen Tee mit
Saccharin. Ich wusste nicht, dass diese Kombination gefährlich war:
Saccharin ist karzinogen (krebserregende) und Linolsäure, die in
Pflanzenölen dominierende Fettsäure unterdrückt nicht nur das
Immunsystem sondern fördert auch die Entstehung von Krebs. Die Kleie
im Vollkornmehl ist rauh, zerkratzt die Darmschleimhaut und reizt den
Darm, dazu kam die ungewohnte körperliche Arbeit und die mentalen
Belastungen durch den Bau, die mein Immunsystem zusätzlich
schädigten. Kein Wunder, dass ich Krebs bekam.
Wären der fünf Pendlerjahre – als der Krebs sich entwickelte –
ernährte ich mich nach Grundsätzen, die heute nachdrücklich als
“gesund” propagiert werden. Ich sehe meine Erfahrung als
Bestätigung des Gegenteils an und als Beweis, dass ein Zusammenhang
zwischen „gesunder“ Ernährung und Krebs besteht. Es wird Sie kaum
überraschen, wenn ich Ihnen sage, dass ich diese Art der Ernährung
heute nicht mehr empfehle. Ich selbst halte mich seit zwanzig Jahren
nicht mehr an diese Empfehlungen.
Zur Zeit meiner Krebsoperation hatten wir im Dorf drei weitere
Krebsfälle der gleichen Art. Wir wurden alle auf gleiche Weise
therapiert und im gleichen Krankenhaus vom gleichen Arzt operiert. Die
anderen befolgten den Rat des Spezialisten, aßen mehr Ballaststoffe
und weniger Fett. Ich tat nichts dergleichen – und habe als Einziger
überlebt.
Die Situation heute
1982 verliess ich die Luftwaffe und ging in Pension. Das Problem
trat allerdings erst 1992 auf und inzwischen hatte ich zu den Themen
Ernährung und Adipositas, Diabetes und Herzkrankheit eine Menge
gelesen und publiziert. Der Krebs eröffnete mir ein weiteres
Forschungsfeld zumal in persönlich betroffen war und so viel wie
möglich in Erfahrung bringen wollte. Manches, was ich im Bereich der
Schulmedizin entdeckte, war schockierend. Aber es gab auch
Informationen, die für Millionen von Krebspatienten Hoffnung
bedeutete. Die Verbreitung dieser Informationen ist Ziel und Zweck
dieser Website.
Vor dreißig Jahren trat der Krebs zum ersten Mal auf, vor 15 Jahren
wurde ich operiert. Heute sind keine Anzeichen von Krebs mehr
vorhanden.
Übersetzung aus dem Englischen: Ruth Kritzer, Germersheim
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