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Der Unsinn der Schlankheitsdiäten
Teil 2: Moderne Schlankheitsdiäten
Kohlenhydratreiche, fettarme Diäten wurden bereits 1500 Jahre v.
Chr. verordnet. Bantings Diät – fettreich und kohlenhydratarm, ohne
Kalorienbeschränkung, stand schon immer im Gegensatz zu allen anderen
Diäten, denn sie funktionierte und die Anwender dieser Diät wurden
nicht dick und mussten nicht länger ihr ganzes Geld für den
verzweifelten Versuch ausgeben, schlank zu bleiben. Dann jedoch
entstand die Theorie der Herzschädigung durch fettreiche Ernährung
und alles änderte sich. Nun konnte man die Leute wieder ausbeuten und
die in Verruf gekommene Theorie des frühen 19. Jahrhunderts und ihre
Grundgedanken kam zu neuen Ehren: wer übergewichtig ist, muss die
Kalorienaufnahme beschränken und als erstes weniger
hochkalorienhaltiges Fett verzehren. Alle modernen Diäten
funktionieren nach demselben Prinzip der Beschränkung der
Nahrungsaufnahme. Oder anders ausgedrückt: man muss hungern. Und das
kann schnell gefährlich werden.
Die erste Forderung an jede Art von Ernährung ist die der
„Ausgewogenheit“. Es soll also eine Ernährung sein, die alle für
den Körper notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge liefert,
damit keine Mangelerscheinungen auftreten können. Nährstoffe wie
Vitamine und Mineralien, die nur in kleinen Menge benötigt werden,
können bei Diäten mit Beschränkung der Kalorienaufnahme durch
Nahrungsergänzungsmittel geliefert werden. Braucht der Körper jedoch
größere Mengen eines bestimmten Stoffes, ist die Sache nicht mehr so
einfach. Wasser, zum Beispiel benötigt der Körper jeden Tag. Wasser
enthält zum Glück keine Kalorien, so dass jeder trinken kann, soviel
er/sie will. Der Körper braucht allerdings auch täglich vollständige
Proteine und Proteine/Eiweiße enthalten Kalorien. Eine Frau kann
normalerweise ihren Eiweißbedarf mit Hilfe der in Tabelle 1 (siehe
unten) enthaltenen Nahrungsmitteln decken, (Obwohl ich fettarme
Ernährung nicht empfehle, habe ich dieses Beispiel absichtlich
gewählt, da diese Nahrungsmittel bei Diäten normalerweise empfohlen
werden, um die Gefahren der Mangelernährung bei zu starker
Kalorienbeschränkung aufzuzeigen).
Tabelle I: Beispiele für den minimalen
Eiweißbedarf
|
Eiweiß (g) |
Kalorien |
| 125 g mageres Fleisch |
30 |
250 |
| 1 Ei |
6 |
75 |
| 50 g Hüttenkäse |
12 |
185 |
| 1 halber Liter fettarme Milch |
16 |
275 |
| 2 Scheiben Brot |
4 |
120 |
| Gesamt |
68 |
905 |
Männer brauchen etwa fünfundfünfzig Gramm mehr Fleisch und ein
zusätzliches Ei. Der Körper braucht auch eine gewisse Menge Fett –
allein das Gehirn benötigt zur Deckung des Bedarfs an essentiellen
Fettsäuren mindestens 15 Gramm Fett pro Tag. Das sind 135 Kalorien
zusätzlich, da jedoch in Nahrungsmittel in obigem Beispiel diese
Fettsäuren enthalten, sind die Kalorien in den Werten bereits
eingeschlossen.
Wenn Sie also Kalorien zählen und eine 1000-Kalorien-Diät machen,
müssen sie fast ausschließlich Nahrungsmittel mit hohem Eiweiß- und
Fettgehalt verzehren, um die zur Erhaltung der Gesundheit
erforderlichen Mindestmengen dieser Nährstoffe aufzunehmen. So wird
klar, dass Crash-Diäten mit 500 Kalorien eindeutig
gesundheitsschädlich sind. Selbst bei 1000 Kalorien pro Tag muss man
extrem vorsichtig sein, denn nur etwas 100 Kalorien dürfen aus
Kohlenhydraten stammen. Bei den heute empfohlenen fettarmen,
kohlenhydratbetonten Schlankheitsdiäten entsteht deshalb immer ein
gefährlicher Eiweißmangel.
Teil 1:
Einleitung | Teil 2: Moderne
Schlankheitsdiäten | Teil 3: Tatsachen &
Irrtümer über Fett | Teil 4: Diäten im 20.
Jahrhundert | Teil 5: Das Muster
wiederholt sich | Teil 6: Das Ende aller
Diäten? | Teil
7: Schlussfolgerung?
Übersetzung aus dem Englischen: Ruth Kritzer, Germersheim
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