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Der Unsinn der Schlankheitsdiäten
Teil 3: Fakten und Irrtümer zum Thema
Fett
Worüber machen sich die meisten Menschen Sorgen? An erster Stelle
steht das Geld aber gleich danach kommt das Gewicht. Man macht sich
Gedanken ob man gut aussieht, ob man zu dick ist (niemand scheint
jemals zu befürchten, zu dünn zu sein) und ob das Fett am Körper
richtig verteilt ist. Dann gibt es Leute, die bereits sehr schlank
sind, sich aber als dick empfinden und versuchen, noch mehr Gewicht zu
verlieren und irgendwann an schwerer Unterernährung leiden. In manchen
Fällen führt Anorexie sogar zum Tod. Nicht nur sind unsere
Vorstellungen von dick und dünn ziemlich verzerrt, sondern es besteht
laut Aussage des bekannten Adipositasforschers Dr. Alan Martin bei der
Tagung Health Action '92 ein erheblicher Mangel an Information
bzw. es kursieren Fehlinformationen.
Fett ist nicht gleich Fett
Laut Dr. Martin kommt es nicht so sehr auf die Gesamtmenge an
Körperfett sondern vielmehr auf die Fettverteilung am Körper an..
Fett verhält sich an verschiedenen Stellen des Körpers
unterschiedlich, wird unterschiedlich verstoffwechselt und hat
unterschiedliche Wirkungen auf Gesundheit und verschiedene
Körperfunktionen.
Ein französischer Wissenschaftler namens Vague spricht von zwei als
android und gynoid bezeichneten Typen der
Fettverteilung. Gynoid ist das typisch weibliche Muster, bei dem sich
das Fett auf Hüften und Oberschenkel konzentriert. Typisch männlich
bzw. android ist die Anhäufung von Fett im abdominalen Bereich.
Zwischen beiden Typen bestehen erhebliche Unterschiede.
Fettzellen an Hüfte und Gesäß verhalten sich anders als
Fettzellen am Bauch. Untersucht man Fett aus diesen Bereichen im Labor,
so sieht es gleich aus aber damit ist auch schon Schluss mit den
Ähnlichkeiten. Starkes Übergewicht kann je nach Verteilung des Fettes
ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Fett an Hüfte und
Oberschenkel ist kein Gesundheitsrisiko, Fett am Oberkörper ist
gefährlich.
Fettzellen am Bauch geben ihr Fett leichter ab als Fettzellen an
Hüften und Oberschenkeln, so dass man am Bauch schneller abnimmt als
an den Hüften. Jede Frau weiß das intuitiv und es handelt sich dabei
um ein natürliches Phänomen. Bauchfett ist bei Männern und Frauen
auf Übergewicht zurückzuführen und dient lediglich als Fettspeicher
für magere Zeiten im Winter. Fett auf Hüfte und Schenkel der Frau hat
jedoch eine ganz andere Aufgabe: es dient als Langzeitspeicher zur
Energie- und Nährstoffversorgung für das Kind und zwar nicht während
der Schwangerschaft sondern während der Stillzeit. Dieses Fett muss
für sechs Monate Stillzeit ausreichen. Die Natur versucht, dieses Fett
zu erhalten. Aus diesem Grund verliert man Fett am Oberkörper sehr
viel leichter und schneller als an Hüften und Schenkeln.
Ein Problem gibt es jedoch bei Fettabbau am Oberkörper – der
schnelle Abbau aus den Fettzellen am Oberkörper kann zur
Fettüberlastung der Leber führen. Ein guter Grund, nicht zu schnell
abzunehmen.
Die Devise lautet: Langsam, aber
sicher
Die meisten Leute wollen bei einer Diät schnelle Abnehmerfolge
sehen. Funktioniert das nicht, verlieren sie schnell die Geduld und
probieren die nächste Diät.
Leider werden fast alle kommerziell vermarkteten bekannten Diäten
mit unrealistischen und unerreichbaren Gewichtsverlustsversprechen
verkauft. Frauen fallen auf diese Behauptungen mit schöner
Regelmäßigkeit herein, besonders kurz vor der Strandsaison oder wenn
sie bei besonderen Ereignissen besonders gut aussehen wollen. Sie
hungern sich in ein Kleid, das seit Jahren nicht mehr passt. Das klappt
vielleicht auch einmal, aber das auf diese Weise verlorene Gewicht
kommt normalerweise schnell zurück und bringt noch neue Pfunde mit.
Beim nächsten Mal klappt das mit dem Ins-Kleid-Hineinhungern dann
schon nicht mehr.
Das Geheimnis heißt: langsam, aber sicher. Es ist einfach nicht
möglich, pro Woche mehrere Pfund abzunehmen. Je verbissener Sie das
versuchen, desto schlimmer wird es. Richtig ist, einen
durchschnittlichen Gewichtsverlust von höchstens einem bis zwei Pfund
pro Woche anzustreben. Als realistischer Durchschnitt und erreichbares
Ziel ist eher noch ein Pfund pro Woche über ein Jahr anzustreben.
Teil 1:
Einleitung | Teil 2: Moderne
Schlankheitsdiäten | Teil 3: Tatsachen &
Irrtümer über Fett | Teil 4: Diäten im 20.
Jahrhundert | Teil 5: Das Muster
wiederholt sich | Teil 6: Das Ende aller
Diäten? | Teil
7: Schlussfolgerung?
Übersetzung aus dem Englischen: Ruth Kritzer, Germersheim
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