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Der Unsinn der Schlankheitsdiäten
Teil 6: Das Ende aller Diäten?
Irgendwann sahen die Frauen ein, dass die ständigen
Gewichtsschwankungen alles nur noch schlimmer machten. Und dennoch
fielen sie Organisationen zum Opfer, die auf den ersten Blick das Wohl
der Übergewichtigen im Sinn zu haben schienen. Das beste Beispiel
dafür ist der Anti-Diät-Club Diet Breakers.
Die Gründerin dieses Clubs, Mary Evans Young sagte mir 1994, dass es
Ziel des Clubs sei, die Frauen über die Gefahren des Jo-Jo-Diätens zu
informieren und Ihnen zu vermitteln, dass besser sei, sich zu
akzeptieren als ständig Diät zu machen. Das war richtig: ständige
Gewichtsschwankungen sind schädlich. 1996 veröffentlichte sie dann
allerdings zusammen mit der kanadischen Ernährungsberaterin Linda
Omichinski das Buch You Count, Calories Don't (As recommended by
Diet Breakers) . Laut Ankündigung sollte das kein Diätbuch sein,
sondern einen „diätlosen“ Lebensstil vermitteln. Bei genauerem
Hinsehen stellt man fest, dass es sich auch hier um fettarme
kohlenhydratbasierten diätlosen Ansatz handelt, der in fast jedem
Diätbuch zu finden ist. In der Einleitung heißt es: “Alle Diäten
raten zum Verzehr von ballaststoffreichen Nahrungsmitteln
(Kohlenhydraten) zur schnellen Energiegewinnung, Proteinen für
langfristige Energieerhaltung und langsamer Reduzierung des
Fettverzehrs.“ You Count, Calories Don't , empfiehlt das nicht,
allerdings raten die Autorinnen ebenfalls zur Reduzierung der
Proteinaufnahme. Da liest man auf Seite 15: “Steigern Sie den
Kohlenhydratanteil ihrer Nahrung langsam und fahren gleichzeitig den
Eiweißgehalt herunter. So haben Sie immer Energie und fühlen sich
länger zufrieden.” Und sechs Seiten weiter steht da: “Es geht in
der Hauptsache um die Erhöhung des Anteils an Kohlenhydraten.”
Auch nehmen die Autorinnen bei diesem diätlosen Lebensstil ganz
offensichtlich eine weitere Gewichtszunahme der bereits
übergewichtigen Frauen in Kauf. Auf Seite 111 steht: “ Eine
eventuelle Gewichtszunahme kann der bei höherem Verzehr von
Kohlenhydraten stattfindenden Wassereinlagerung zuzuschreiben sein, den
Kohlenhydrate werden zusammen mit Wasser gespeichert. Das ist aber
„Wassergewicht“ und kein „Fettgewicht“. Und auf Seite 115: „
Um ein Pfund Glykogen zu speichern werden drei bis vier Pfund Wasser
benötigt.“ Die Frauen, die sich diesen “Lebensstil” zu eigen
machen, werden sicherlich erfreut sein zu hören, dass die
zusätzlichen Pfunde nur Wasser und kein Fett sind!
Lebensqualität
Auch wenn es auf Dauer gesünder sein mag, übergewichtig zu sein
als ständige Gewichtsschwankungen zu erleben, ist es nicht leicht, das
Übergewicht einfach zu akzeptieren, wenn man dadurch Lebensqualität
einbüßt. Abgesehen von möglichen gesundheitlichen Risiken sind sehr
übergewichtige Menschen im Alltagsleben oft recht eingeschränkt.
Einer der ersten Hinweise auf Stress durch Übergewicht in der
Körpermitte ist Kurzatmigkeit. Je mehr Fett sich ansammelt, desto
weniger Platz bleibt für die Organe. Das kann dazu führen, dass
Sitzen unbequem wird. Beim sitzen haben die Lungen weniger Platz zum
Ausdehnen und das Atmen wird schwieriger. Auch Stehen kann schwierig
sein. Selbst wenn Sie nur mäßig übergewichtig sind bedeutet das eine
ständige Zusatzbelastung für Rücken und Beine, die langfristig zu
Osteoarthritis führen kann. Zuviel Fett in der Körpermitte ist auch
bei Operationen problematisch, Wunden heilen langsamen, Infektionen
treten häufiger auf.
Auch alltägliche Tätigkeiten wie Heben oder Tragen von Einkäufen,
Treppensteigen, bücken, knien, baden und anziehen werden schwieriger.
Die Wahrscheinlichkeit an Depression, Nervosität, Befangenheit oder
mangelndem Selbstvertrauen zu leiden, steigt. Einfach das Gewicht
akzeptieren? Klingt gut, aber ein schlankes Leben ist einfach
einfacher..
Einfach mal ein paar Pillen einwerfen?
Im Dezember 1996 wurden die Gefahren von Diätpillen aus den USA mit
Namen Phen-fen, einer Kombination zweier Appetithemmer, die seit 1973
in Gebrauch waren, ruchbar. 1996 war Dexfenfluramin, das in den USA
unter dem Namen Redux vermarktet wurde, als erstes Adipositasmittel
seit 25 Jahren von der amerikanischen Lebensmittelbehörde FDA
zugelassen worden. (In Großbritannien wird das Mittel seit 1990 unter
dem Namen Adifax verkauft). Binnen eines Jahres wurde Redux pro Woche
85.0000mal verschrieben. Dexfenfluramin unterdrückt den Appetit durch
Beeinflussung der Serotoninproduktion des Gehirns. Forscher warnen
allerdings bereits vor schweren Nebenwirkungen, hauptsächlich
pulmonärer Bluthochdruck und Neurotoxizität. In USA wurden außerdem
Müdigkeit, Mundtrockenheit und Durchfälle beobachtet. Weibliche
Anwenderinnen von Dexfenfluramin in Großbritannien berichten über
Herz- und Lungenprobleme, Herzklopfen und Brustschmerzen. Eine Frau
berichtet 1997 in der BBC Sendung Watchdog, dass sie durch das
Medikament solche Schädigungen erlitten habe dass ein normales Leben
nicht mehr möglich sei. Diese Pillen sind in den USA weiterhin
rezeptfrei erhältlich.
Ein weiteres Produkt wird von Dr. Alvin Shemesh derzeit untersucht,
es handelt sich um eine Flüssigkeit, die als künstliches Blut
verwendet wird. Diese träge Flüssigkeit soll den Dünndarm auskleiden
und die Aufnahme von Nährstoffen blockieren. Das Essen rutscht einfach
so durch. Bleibt abzuwarten, welche Schäden entstehen – dass
Schäden zu erwarten sind, ist sicher. Wenn der Körper keine
Nährstoffe bekommt, kann er nicht überleben.
Olestra
1994 fiel in einem amerikanischen Beirat die Entscheidung, dass
Olestra, ein umstrittenes kalorienfreies Fettersatzmittel von Proctor
& Gamble, als Nahrungsmittel geeignet sei. Kaum ein Jahr später
wurde es von der FDA zum Verkauf freigegeben. Olestra ist eine Mischung
aus Zucker und Pflanzenöl. Es ist der erste Fettersatzstoff, der durch
Erhitzen nicht zerstört wird und kann deshalb als Bratölersatz
dienen. Es sieht aus wie Fett, jedoch kann das Zucker-Fett-Molekül
aufgrund seiner Größe vom Dünndarm nicht aufgenommen werden, und die
Struktur verhindert, dass die Verdauungsenzyme den Zucker oder das Fett
angreifen können. Das Molekül passiert also den Verdauungstrakt
intakt und hinterlässt weder Fett noch Kalorien.
Dennoch bestehen eine Reihe von Bedenken. Die Professoren Walter
Willett und Meir Stampfer der Harvard School of Public Health
befürchten bei Langzeitanwendung von Olestra aufgrund des Verlustes an
essentiellen Nährstoffen langfristige Gesundheitsprobleme. Bei
Durchgang von Olestra durch das Verdauungssystem heften sich die
fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie Karotinoide an das
Olestramolekül und werden aus dem Körper hinausgeschleust und gehen
verloren. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Olestra und einem
erhöhten Risiko der Makuladegeneration, Prostata- und Brustkrebs und
Herzerkrankungen. In einem Brief an David Kessler, dem Beauftragten
für die FDA führen Willett und Stampfer eine Literaturliste mit 26
Beispielen an. Proctor & Gamble gaben bekannt, dass Olestra mit
Vitaminen gesättigt werden solle um ein Anheften anderer Nährstoffe
zu verhindern. Welche Verschwendung!
In Studien zu Olestra wurden Nebenwirkungen wie Magenkrämpfe
beobachtet. Laut Angaben von Proctor & Gamble traten solche
Wirkungen auch bei Kleiegaben auf. Gegner erwidern, dass der Körper
sich an Kleie gewöhnen kann, an Olestra jedoch nicht.
Aber das ist noch nicht alles, denn zusätzlich entsteht das Problem
des „passiven Ölverlustes“. Dies ist eine vornehme Umschreibung
für analen Abgang von unverdautem Olestra. Der Beirat hielt das nicht
für ein Problem. Sie sind vermutlich anderer Ansicht: Bei Verzehr von
Olestra empfiehlt es sich nämlich, Windeln zu tragen.
Laut Angaben der FDA, die die Zulassung für Olestra erteilte muss
Proctor & Gamble Studien zu den langfristigen gesundheitlichen
Wirkungen durchführen.
Wäre es nicht ratsam gewesen, solche Studien vor der Zulassung
durchführen zu lassen?
Olestra wird im Augenblick bei der Herstellung einiger Sorten
Kartoffelchips, Maischips und fettfreien Crackern verwendet.
Xenical
Im September 1998 erhielt eine weitere Pille die Zulassung für die
Europäische Gemeinschaft. Es handelte sich um Orlistat, das von Roche
Pharmaceuticals unter dem Namen Xenical verkauft wurde. Bei Xenical
treten ähnliche Effekte auf wie bei Olestra, denn ein Drittel des
Fettes wird nicht verdaut sondern landet in der Toilette oder in der
Hose, da auch Xenical zu analer Leckage führt. Viele Patienten, die
Xenical verwenden klagen über Fettstühle, Durchfall und ölige
Flecken in der Unterwäsche. Xenical wirkt anders als Olestra, denn es
vermindert die Fettabsorptionsfähigkeit des Körpers. Dies hat zwei
wichtige Konsequenzen: erstens wird die Fettaufnahme behindert und das
Problem der Adipositas dadurch weiter verschärft und zweitens kostet
Xenical ca. 5 Euro pro Tag und belastet die Gesundheitsbudgets ganz
erheblich. Schätzungen zufolge könnte die Verordnung von Xenical
Kosten in Höhe von fast einer Milliarde Euro pro Jahr verursachen.
Dieser Betrag steht dann für wichtigere Dinge nicht mehr zur
Verfügung. Und wozu das alles?
Journalisten (nicht die Hersteller) erwecken den Eindruck, dass
dieses neue Medikament übergewichtigen Leuten die Möglichkeit gibt,
zu essen, was sie wollen und dennoch an Gewicht zu verlieren. Professor
John Garrow hält das für äußerst irreführend. Wer Xenical
verwendet und sehr fett isst wird sich sehr schnell veranlasst fühlen,
den Fettkonsum zu reduzieren. Wenn also die Nebenwirkungen den
Patienten während der Einnahme von Xenical dazu bringen fettarm zu
essen, wozu soll Xenical dann überhaupt gut sein?
Vorsichtiges Vorgehen bei Medikamenten wie Xenical empfiehlt sich
jedoch noch aus einem weiteren Grund. Im März 1998 wurde im
Lancet ein Bericht veröffentlicht, laut dem die Entscheidung
der FDA zu Xenical unentschieden 5:5 ausging und zwar weil in der
Xenical-Studiengruppe das Vorkommen von Brustkrebs 3,6mal so hoch war
wie in der Kontrollgruppe. Der Vorsitzende der Entscheidungskommission,
Henry Bone von der Michigan Bone and Mineral Clinic sagte: “Nur weil
in den Studien keine direkte karzinogene Wirkung festgestellt wurde
wissen wir noch nicht ob nicht ein indirekter Mechanismus am Werk ist."
Dennoch wurde Xenical einige Monate später zugelassen.
Leptin
Übergewichtige Menschen sagen oft, dass ihr Übergewicht aufgrund
eines “langsamen Stoffwechsels” oder einer genetischen Veranlagung
zustande komme und sie nichts dagegen tun könnten. Es handele sich
hier um so etwas wie einen Geburtsfehler und sollte entsprechend
behandelt werden.
1994 entdeckten Forscher eine Maus, die viel dicker war als ihre
Artgenossen. Sie analysierten die DNA und entdeckten einen Unterschied.
Der Maus fehlte nämlich das Gen, das ein Hormon produziert. Man nannte
es nach dem griechischen leptos (dünn) Leptin. Die
Körperfettzellen stellen Leptin her; bei normalen Mäusen wurden mit
steigender Anzahl der Körperfettzellen steigende Mengen an Leptin
hergestellt.
An der Basis des Gehirns befindet sich eine kleine Region mit Namen
Hypothalamus. Dort finden sich etliche wichtige Zentren zur Kontrolle
von Körperfunktionen: Körpertemperatur, sexuelle Funktionen,
Wasserhaushalt, Hunger und Durst. Auch mit emotionalen Aktivitäten und
Schlaf bestehen enge Verbindungen. Die Forscher stellten fest, dass
Leptin aus Körperfett dem Hypothalamus ein Signal sandten, so dass bei
weiterer Fettablagerung der Appetit unterdrückt wurde und die Maus
erst nach Aufbrauchen des Körperfetts wieder ein Hungersignal bekam.
Der Körper reguliert also über das Leptin Hungergefühl und
Körperfett. Durch diesen Kreislauf wird die Menge des Körperfetts in
bestimmten gut definierten Grenzen gehalten.
Die Forscher stellten auch fest, dass im Fett der Maus, die von
beiden Eltern einen Gendefekt geerbt hatte und als ob/ob-Maus
bezeichnet wurde, überhaupt kein Leptin hergestellt wurde. Es bestand
kein interner Essregelmechanismus und die Maus war ungeachtet der
verzehrten Nahrungsmenge immer hungrig. Wurde den ob/ob-Mäusen Leptin
verabreicht, so schliefen sie ein und verloren an Gewicht.
Die Entdeckung des ob-Gens und des dazugehörigen Hormons in der
Maus schien die Vorstellung zu bestätigen, dass übergewichtige
Menschen ebenfalls einen Gendefekt haben und wenig oder kein Leptin
herstellen. Wenn das so wäre, könnte man ihnen einfach durch Gabe von
Leptin helfen.
Leider galt für übergewichtige Menschen nicht das Gleiche wie für
übergewichtige Mäuse. Keiner der untersuchten Patienten hatte
niedrige Leptinspiegel. Es war genau umgekehrt: je höher das Gewicht,
desto höher waren auch die Leptinspiegel. Offensichtlich steckte noch
etwas anderes dahinter.
Es stellte sich also heraus, dass die Leptinproduktion beim Menschen
mit zunehmendem Gewicht anstieg. Allerdings schien eine Resistenz auf
die Wirkung von Leptin vorzuliegen, denn das Fettgewebe vermehrte sich
weiterhin. Das Problem adipöser Menschen lag also nicht in der
mangelnden Leptinproduktion sondern im verminderten Ansprechen des
Hypothalamus auf Leptin.
Aber es wurde noch komplizierter. Dr. Considine und seine Kollegen
stellten fest, dass bei Menschen und Tieren bei sinkender
Energieaufnahme auch die Leptinkonzentration im Fett sank, wogegen
Nahrungsaufnahme die Spiegel steigen ließ. Mit andern Worten
ausgedrückt heißt das, dass niederkalorische Diäten den Hunger
steigern und das ist sicher das Letzte, was man gebrauchen kann, wenn
man eine kalorienarme Diät macht und ohnehin schon hungrig ist.
Das Problem mit Medikamenten dieser Art liegt darin, dass unser
Körper mit unglaublicher Komplexität und Schlauheit einen bestimmten
Energiespeicherstatus aufrechterhält.
Die Mechanismen mit Hilfe derer Nahrungsaufnahme und
Energieverbrauch und die konstante Energiespeicherung reguliert werden
und die darüber entscheiden ob man dünn oder übergewichtig ist
werden vom Stoffwechsel der Leber, der Bauchspeicheldrüse, Darm,
Muskeln und Körperfett bestimmt. Auch Nebennieren und Steroide spielen
eine Rolle. Es handelt sich hier also um ein kompliziertes System
chemischer Signale, mit Hilfe dessen der Energieverbrauch und die
Nahrungsaufnahme automatisch geregelt werden. Das System ist darauf
ausgelegt, dass ein relativ gleich bleibender Vorrat an Körperfett
für Zeiten der Nahrungsknappheit oder für harte körperliche
Anstrengungen vorgehalten wird.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Wissenschaft auf der
Suche nach einer Patentlösung ist, aber das System immer noch nicht
vollständig verstanden wird. Greift man in ein nicht vollständig
bekanntes System ein, kann das unvorhergesehene Wirkungen haben. Im
Augenblick ist es nicht möglich, in den zentralen Kontrollmechanismus
einzugreifen und die Fettablagerung zu steuern ohne inakzeptabel hohe
Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen. Und es sieht nicht so aus, als ob
hier eine Lösung in Sicht wäre.
Der dramatische Anstieg der Adipositas im Westen, wo Nahrung im
Überfluss vorhanden ist und wir überall zum Essen verführt werden
legt nahe, dass die genetischen Faktoren, die uns steuern auf
Einflüsse in unserer frühen Kindheit reagieren. Dafür spricht auch
die Tatsache, dass unsere Säuglings- und Kindheitsphase länger ist
als bei anderen Tieren. Eines Tages mag es eine Patentlösung geben die
uns erlauben wird, uns mit ungesundem Essen voll zu stopfen ohne dafür
zu bezahlen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es besser wäre, das
Entstehen von Übergewicht von vornherein zu verhindern.
Seetangseife
Aber warum sollte man sich den Gefahren der Nebenwirkung von
Medikamenten aussetzen, wenn man das Fett ganz einfach wegwaschen
kann?
Ich war kürzlich im Internet unterwegs und stieß auf eine Werbung
für “Seetang-Entfettungsseife”. Man erfuhr, dass Chinesinnen schon
seit dem 16. Jahrhundert zur Gewichtskontrolle Seetang als Badezusatz
nutzten und dass neuere medizinische Studie der Medizinischen Fakultät
der Zhong Shan Universität und des Life Science Institute der Bei Jing
University bewiesen, dass Seetang nicht nur Blutfette und Cholesterin
senkt sondern auch Fett reduziert bzw. Fettanlagerung verhindert. Die
„entfettenden Wirkstoffe“ der Seife, so der Text „dringen in
subkutane Hautschichten ein und helfen beim Abbau der Fettschichten“.
Dann wurde Ergebnisse einer angeblichen klinischen Studie von Professor
Masami Asayama von der Chukyo University in Nagoya City, Japan
veröffentlicht. Nachstehend die Ergebnisse:
| Ergebnisse der Verwendung der Seife: |
|
Vorher |
Nachher |
Veränderung (%) |
| Gewicht (kg) |
55.6 +/-6.2 |
55.4 +/-6.2 |
-0.2 (-0.36%) |
| Oberarm (mm) |
18.8 +/-5.4 |
16.5 +/-6.7 |
-2.3 (-12.2%) |
| Rücken (mm) |
16.1 +/-5.3 |
15.3 +/-6.6 |
-0.8 (-5.0%) |
| Bauch (Nabelbereich mm) |
19.0 +/-7.1 |
14.8 +/-6.0 |
-4.2 (-22.1%) |
| Seite (mm) |
16.8 +/-5.3 |
12.7 +/-4.7 |
-4.1 (-24.4%) |
| Körperfettanteil (geschätzt %) |
23.9 +/-5.9 |
22.2 +/-6.8 |
-1.7 (-2.4%) |
| Taillenumfang (geschätzt in mm) -25.1 |
| Dauer der Verwendung der Seife: 3
Monate,Teilnehmer: 8 |
Hier die Inhaltsstoffe der Seife:
Trockenseifenbasis 83%, pulverisierter Seetang 3%, Parfüm 1%,
Aloegel 5%, gereinigtes Wasser 12.5%.
Dem Kaufinteressenten wird versichert, dass diese “seltenen in
Seetang enthaltenen Elemente…die Haut leicht bei Hautkontakt leicht
durchdringen. Der Schmutz wird aus den Kapillaren gelöst. Die
Inhaltsstoffe helfen dem Körper dabei, Insulin zu binden, um Fett zu
verbrennen, stabilisieren den Blutzucker, unterbinden Gelüste und
verhindern die Ablagerung von Nahrungsfett als Körperfett.“ „Schon
mit 3 bis 5 Seifenstücken lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Wenn
Sie einen bestimmten Körperbereich entfetten wollen, rubbeln Sie
diesen Bereich beim Baden oder Duschen etwa 2 bis 3 Minuten lang.“
Wer das glaubt, glaubt alles. Sieht man sich die Ergebnisse der
Studie nähere an, so stellt man fest, dass die Teilnehmer innerhalb
von drei Monaten nur ca. 200 Gramm verloren haben. Das kann kaum als
signifikant gelten und darf dem Zufall zugeschrieben werden..
Teil 1:
Einleitung | Teil 2: Moderne
Schlankheitsdiäten | Teil 3: Tatsachen &
Irrtümer über Fett | Teil 4: Diäten im 20.
Jahrhundert | Teil 5: Das Muster
wiederholt sich | Teil 6: Das Ende aller
Diäten? | Teil
7: Schlussfolgerung?
Übersetzung aus dem Englischen: Ruth Kritzer, Germersheim
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