Mythos CholesterinTeil 9: Die Gefahren einer gesunden Ernährung'Gesunde Ernährung' bedeutet laut den modernen Empfehlungen eine fettarme, kohlenhydratreiche Kost. In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts haben jedoch mehrere Studien gezeigt, welchen Schaden das anrichten kann. Adipositas1932 nahmen adipöse Patienten mit verschiedenen Diäten wie folgt, ab:
Die Ärzte Dr. Lyon und Dr. Dunlop sagen:
Es ist kein Zufall, dass die Zahl der Menschen, die dick werden, seit Einführung der Empfehlungen zur “gesunden Ernährung” so dramatisch angestiegen ist. Schon 1863 wurde gezeigt, dass man von fettarmer, kohlenhydrathaltiger Ernährung dick wird. Langsam fängt auch die Welt der Medizin an, das zu begreifen. 1994 schrieben Professor Susan Wooley von der Universität des Cincinnati College of Medicine und David M Garner, Forschungsdirektor am Beck Institut für Kognitive Therapie und Forschung:
Anders ausgedrückt heißt das, dass man den Übergewichtigen nicht mehr die Verantwortung zuschieben und ihnen vorwerfen kann, sie äßen zu viel und müssten sich einschränken. Es sind die Empfehlungen der Ernährungsberater und die verordneten Therapien, die falsch sind. Wooley und Gardner kommen zu dem Schluss:
1997 bemerkten zwei Amerikaner, Dr. A.F. Heini und Dr. R.L. Weinsier den Trend und gaben den fettarmen Diäten die Schuld:
Herzkrankheit und DiabetesAdipöse Menschen entwickeln häufig einen Diabetes Typ 2 und Diabetiker haben ein höheres Risiko für Herzkrankheiten. Aus diesem Grund wird Menschen mit Diabetes Typ 2 zu einer “gesunden” fettarmen, kohlenhydrathaltigen Ernährung“ geraten. Ein Artikel in der medizinischen Fachzeitschrift Diabetes Care weist jedoch auf folgendes hin:
Im Juni 1999 wurde bei 81sten Jahrestreffen der Gesellschaft für Endokrine Medizin folgendes verkündet:
. . . postmenopausale Frauen1997 wurde entdeckt, dass
. . . und alle anderen auchDr. Gerald M. Reaven von der medizinischen Fakultät der Stanford University in Kalifornien und seine Kollegen verglichen die Wirkung einer fettarmen, kohlenhydratreichen Diät [25% Fett, 60% KH, 15% Eiweiß] mit einer fettreichen, kohlenhydratarmen Diät [45% Fett, 40% KH, 15% Protein], auf Blutfette und Cholesterin. Sie stellten fest, dass ihre Probanden bei einer kohlenhydratreichen, fettarmen Ernährung sowohl nüchtern als auch nach Frühstück und Mittagessen signifikant erhöhte Nüchternplasmatrizyklidkonzentrationen, Remnant-Lipoprotein-Cholesterinkonzentrationen und Remnant-Triglyzeridkonzentrationen aufwiesen. Die Teilnehmer der Studie hatten außerdem signifikant niedrigere HDL-Werte (das gute Cholesterin) bei dieser Ernährung. Die Autoren kommen zu folgendem Schluss:
1992 stellte man in der Framingham-Studie fest:
Fettarme, kohlenhydrathaltige Ernährung und BrustkrebsDamit nicht genug: In der bisher größten und umfassendsten Studie zu Ernährung und Brustkrebs wurde festgestellt dass:
Die größte bisherige Studie zum Thema Brustkrebs und Fettverzehr ist die von der medizinischen Fakultät der Universität Harvard durchgeführte Krankenschwesternstudie. Insgesamt wurden 88.795 krebsfreie Frauen ab 1980 14 Jahre lang beobachtet. Verglich man die Brustkrebsraten von Frauen, die mehr als 30% ihrer Kalorien aus Fett bezogen mit Frauen, die weniger als 20% der Kalorien aus Fett aufnahmen, so stellt man fest, dass Frauen, die sich fettarm ernährten höhere Brustkrebsraten aufwiesen als Frauen, die mehr Fett verzehrten. Man analysierte die verschiedenen Fettarten und stellte fest, dass bei allen Fettarten außer einer niedriger waren: Omega-3-Fischöle, also ausgerechnet die als „gesund“ angepriesenen Öle, erhöhten die Krebsraten - allerdings nur gering. Dr. Michelle Holmes und Kollegen kommen folgendem Schluss:
Kohlenhydrate sind nicht gesundWie wir gesehen haben, war die Erhöhung der Kohlenhydrataufnahme zuungunsten des Fettverzehrs nicht unbedingt als Erfolg zu bezeichnen ist. Und dafür gibt es gute Gründe: Seit 1863 ist bekannt, das Kohlenhydrate Adipositas verursacht; seit 1935 wissen wir, dass sie Diabetes verursachen; seit 1941 ist bekannt, dass sie bei Kindern Aggressivität und Kriminalität verstärken; seit fast 30 Jahren weiss man, dass sie die koronare Herzkrankheit fördern und seit kurzem, dass sie das Krebsrisiko erhöhen. Ist es denn wirklich Zufall, dass die Krankheiten, bei deren Ätiologie Kohlenhydrate auftauchen, so dramatisch angestiegen sind, seit man uns empfiehlt mehr Kohlenhydrate zu verzehren? Keineswegs. Gesunde Ernährung kommt inzwischen einer Katastrophe gleich. Der beste Ratschlag scheint immer noch zu sein:
Die ganze Diskussion lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: FetteDie gesamte Beweislage weist darauf hin, dass wir anstelle von Pflanzenölen tierisches Fett verzehren sollten, denn:
KohlenhydrateDer Verzehr von Kohlenhydraten aus Zucker und Stärke in Frühstückscerealien, Brot, Nudeln, Reis usw. sollte reduziert werden, denn sie fördern Krankheiten wie Adipositas, Krebs, Diabetes und KHK. KleieKleie (Getreidefasern) sollte man meiden, wie der Teufel das Weihwasser. SchlussfolgerungDie 1987 veröffentlichte Auswertung aller cholesterinsenkenden Ernährungsstudien zeigte, dass über alle Studien betrachtet 6% mehr Todesfälle in der Gruppe auftraten, die eine cholesterinsenkende Diät bekamen als in der Gruppe mit cholesterinliberaler Ernährung. Eine ähnliche Auswertung von Studien, in denen Medikamente eingesetzt wurden zeigte, dass die Sterberate in der Gruppe, die Cholesterinsenker bekamen, über alle Studien 13% höher lag. In den vergangenen 50 Jahren wurde in die Erforschung der koronaren Herzkrankheit mehr Mittel, Zeit und Ressourcen gesteckt als in irgendeine andere Krankheit der Medizingeschichte. Herausgekommen ist dabei wenig mehr als die Erkenntnis, dass die Mediziner nicht so viel darüber wissen, als ursprünglich angenommen. Wenn in einem halben Jahrhundert kein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer fettreichen Ernährung und der Herzkrankheit festgestellt werden konnte, kann das nur daran liegen, dass keiner besteht. Um intelligente Entscheidungen zu treffen, braucht man Informationen, die auf Fakten und nicht auf unbegründeten Annahmen beruhen. Gegenwärtig scheinen die Fakten darin zu bestehen, dass Milch, Sahne, Butter, Fleisch und frisches Obst und Gemüse gesunde Nahrungsmittel sind wogegen Aufstrichfette mit einem hohen Anteil mehrfachungesättigter Fette und Öle, Kleieflocken und abgepacktes Essen nicht dazu gehören. Siebzig Jahre nach dem Auftauchen der koronaren Herzkrankheit wisse wir immer noch nicht was den dramatischen Anstieg dieser Krankheit in den 1920er Jahren verursachte oder warum die Zahlen jetzt rückläufig sind. Eines ist jedoch aus den Studien der letzten fünfzig Jahre deutlich geworden: Cholesterin hat damit herzlich wenig zu tun. Die Forschungsergebnisse geben keinen Hinweis auf die Notwendigkeit zum Verzehr einer ungenießbaren, fettarmen, ballaststoffüberfrachteten Diät. Die „gesunde Ernährung“ schmeckt nicht nur nicht, sondern ist über dies nicht besonders gesund. Literatur:Lyon DM, Dunlop DM.. The treatment of obesity: a comparison of the effects of
diet and of
thyroid extract.
Quarterly Journal of Medicine
1932; 1: 331-52
Teil 1:
Einleitung © September 2000 Barry A Groves Übersetzung aus dem Englischen: Ruth Kritzer, Germersheim |





